Wieso Wayland und nicht einfach bei Xorg bleiben?
Geschrieben am 16-01-2026 - ⧖ 2 minGenau das wurde ich neulich in einem Chat gefragt. Und anstelle meines "Because
Fuck you. Thats why" hier mal eine ausführlichere Antwort. Ich habe auf Wayland
umgesattelt, weil ich ein neues Terminal gebraucht habe; geworden ist das
letzten Endes foot und das läuft halt mal nur
unter Wayland bzw. einem dazu kompatiblen Compositor. Ich zocke nicht, ich habe
kein Skype und verwende auch keine Animationen.
Und ja. Ich kenne
https://gist.github.com/probonopd/9feb7c20257af5dd915e3a9f2d1f2277 aber grob
geschätzt die Hälfte davon basiert auf veralteten Informationen (nvidia z. B.,
welches mittlerweile besser unter Wayland läuft als unter Xorg) oder schlicht
und einfach gelogen ist. Screen Recording / Capture, Window Positioning /
Stacking, Clipboard Access, Drag and Drop / Copy and Paste, Screen
Configuration, Global menus, Window Management Hints (size, position), Window
Class / Instance, Selections, Window Grouping, Input Model / Input Hint, Window
Manager Communication, Window Shade (roll up/down), Window Always On Top
(z-order), .. wird alles von Wayland unterstützt. Oder anders gesagt: Mir fällt
exakt nichts sein, das unter Xorg funktioniert, aber unter Wayland bzw. einem
Compositor nicht. Das ganze ist nur Geheule, denn früher oder später wird jedes
Software durch eine neuere Version ersetzt und es gibt immer User, die das
nicht akzeptieren oder einsehen wollen; ganz besonders bei X-Servern. Ich kann
mich noch an die Aufschreie erinnern, als XFree86 von X.Org verdrängt wurde.
Ich bin kein Wayland-Fanboi und mir ist es völlig egal unter welchem Server oder auf welchem Protokoll meine Software läuft, solange sie das auch tut. Und für die "$FOO ist doof, $BAR muss erhalten bleiben"-Fraktion: Es reicht nicht zu erklären das und wieso $BAR weiter genutzt werden soll. Man muss sich selbst in das Projekt einbringen; also Fehler melden, Patche schreiben, $BAR testen, .. Nur so bleibt Software aktuell und wird weiterentwickelt. Kann sich noch wer an DLD erinnern? neofetch? larswm? Da war das Prinzip genau das gleiche. Die Entwicklung wurde eingestellt, weil es bessere Alternativen gab und die dann mehr Interessenten gefunden hat. Auf der anderen Seite gibt es etliche Urgesteine, die uns wahrscheinlich alle überleben werden. xterm, GNU Emacs, vi, TeX/LaTex, Slackware, *BSD, .. Das ist der Lauf der Dinge und sich darüber beschweren, heulen oder das andere Projekt schlecht zu reden, wird nichts ändern. Es gibt auch Projekte, die durch sowas erst wieder richtig in Schwung kommen. GNU Screen oder Mutt zum Beispiel. Wer Software nutzt und will das diese auch weiterhin erhalten bleibt, der soll verdammt nochmal was dafür tun. Als Lektüre empfehle ich
- https://strcat.de/blog/opensource-projekte-unterstuetzen.html
- https://michael-prokop.at/blog/2006/03/12/die-gesetze-von-opensource/
oder ein paar Taschentücher um sich das Pippi aus den Augen zu wischen.